Was ist anamed?

ANAMED steht für "Aktion Natürliche Medizin"

ein lockeres Netzwerk von engagierten Personen in der Entwicklungshilfe.

1. ANAMED INTERNATIONAL E.V.

ist ein Freundeskreis in Deutschland, der sich für die anamed Gruppen ausserhalb Europas finanziell und personell engagiert. Hier gibt es Informationen über Termine in Winnenden und Umgebung.

2. ANAMED SEMINARPROGRAMM

führt Seminare in Entwicklungsländern durch. Dabei findet ein Wissensaustausch statt über die bessere Verwendung von Heilpflanzen im Haushalt, bei Heilern und in Kliniken.

3.
ANAMED MALARIAPROGRAMM

beliefert und berät zur Zeit 850 Partner in solchen Ländern, in welchen Malaria auftritt, über Aussaat, Anbau, Ernte, Verarbeitung, Anwendung der Heilpflanze "Artemisia annua anamed"

4. WEITERE AKTIVITÄTEN umfassen:

Solarenergie: ULOG-Solarofen
Wasserhyazinthen (Seite auf englisch): Verwendung statt Vernichtung
AIDS: Therapie der Symptome
Schöne Haut mit natürlicher Kosmetik (“
Be Black - Be Beautiful - Seite auf englisch)

5. ANAMED EDITION

ist als Verlag eingetragen. Sein Ziel ist es, Entwicklungshelfer so preisgünstig wie möglich mit allen notwendigen Materialien zu versorgen, die für anamed Programme notwendig sind: Bücher, Dokumente, Poster, Heilpflanzensamen, Solarofen-Baupläne usw.

Wollen Sie Kontakte mit anamed im Ausland aufnehmen? Klicken Sie hier!

Der Hintergrund

Die Situation vieler Entwicklungsländer im Gesundheitswesen ist nicht anders als desolat zu bezeichnen. Viele Klinikapotheken besitzen oftmals nicht einmal die notwendigsten Arzneimittel.

Können traditionelle Behandlungsmethoden einen Ausweg anbieten? Sie wurden seit Beginn dieses Jahrhunderts durch koloniale Zwangsmassnahmen verdrängt. Bereits das Behandeln eines Abszesses war - z. B. in manchen Ländern Afrikas - ein Grund, einen Heiler mit Gefängnis zu bestrafen. Damit konnte sich das traditionelle Wissen nicht fortentwickeln, wurde vergessen oder - nicht selten - einigen Scharlatanen überlassen. "Moderne", also importierte Medizin jedoch ist inzwischen für den Grossteil der Bevölkerung unerreichbar. Damit befinden sich weite Teile Afrikas in einer medizinischen "Modernisierungsfalle". Denn eine Übertragung unseres hochentwickelten, technisierten Gesundheitssystems auf die Länder der "3.Welt" ist schon aus finanziellen Gründen unmöglich: das Gesundheitsbudget pro Person müsste von USD 11.-- (Entwicklungsländer) auf USD 320.-- (Industrieländer) pro Jahr angehoben werden. Auf der anderen Seite ist es jedoch unverständlich, warum tropische Länder nicht ihre eigenen Heilpflanzen besser nutzen sollten.

Aus dieser Fragestellung heraus gründeten traditionelle Hebammen, Heiler, der Lehrer Bindanda M’Pia und der "importierte Apotheker" Hans-Martin Hirt die "Aktion Natürliche Medizin ("anamed"), 1985 in dem kleinen Dorf Matamba-Solo in Congo/Zaire. Was jedoch nur als regionale Bewegung gedacht war, fand Interesse in vielen weiteren Ländern!

Anamed versteht heute unter "Natürlicher Medizin" einen Prozess in 3 Schritten:

  1. das Forschen nach Rezepten der "Traditionellen Medizin", die z. T. seit Tausenden von Jahren bekannt sind.
  2. das Forschen nach Rezepten und Erkenntnissen der "Modernen Medizin" (in Entwicklungsländern auch "westliche" oder "industrielle" Medizin genannt),
  3. das Entwickeln von Empfehlungen hieraus, um es der Bevölkerung zu ermöglichen, möglichst viele Heilpflanzen selbst zu ziehen und zu verwenden und dabei Nebenwirkungen so weit wie möglich zu vermeiden.

Anamed-Mitarbeiter sind heute alle LeiterInnen der nationalen Anamed- Gruppierungen, europäische Ärzte im Auslandseinsatz, Mitarbeiter an ausländischen Universitäten (z.B. Konda Ku Mbuta, Kinshasa, und Innocent Balagizi, Bukavu), und Mitarbeiter an deutschen Universitäten (z. B. Prof. Dr. Christoph Schäfer, Bad Homburg)

Die dabei gesammelten Erfahrungen sollen dazu beitragen:

  1. dass auch ohne grosse finanzielle Mittel Hospitäler eine grösstmögliche Anzahl von mittellosen Patienten behandeln können.
  2. dass die Therapie mit Heilpflanzen nicht mehr länger als "pure Magie" oder "Wissenschaft der Scharlatane" betrachtet wird.
  3. dass Ärzte und Heiler den Dialog beginnen und unvoreingenommen Therapiekonzepte miteinander diskutieren.
  4. dass der Schutz des Urwalds nicht mehr als ein "Interesse der Weissen" verstanden wird, sondern als eine Möglichkeit, eigene Heilpflanzen für sich und nachfolgende Generationen zu bewahren.
  5. dass Präventivmedizin als effizienter erkannt wird als blosse Kurativmedizin mit importierten Medikamenten; Beispiele: Schutz des Trinkwassers durch Verringerung des Pestizideinsatzes, Schutz des Waldes durch Einsatz von Solaröfen/Solartrocknern, Schutz der Gesundheit von Frauen durch Vermeidung der Anwendung von importierten Quecksilberseifen.
  6. dass durch intensive Forschung einzelne Pflanzen, wie z.B. Artemisia annua anamed, in der Malariatherapie lokal eingesetzt werden können.
  7. dass in Entwicklungsländern ökologische Aktivitäten ermöglicht werden; (zum Beispiel zum Schutz des Trinkwassers, wie beschrieben in unserem Buch "Use Water Hyacinth”).

Die "Aktion Natürliche Medizin - Koordination", berät die Anamed - Gruppierungen, die sich inzwischen in mehreren Entwicklungsländern gebildet haben, und vertritt deren Interessen. Anamed - Gruppierungen arbeiten inzwischen in D. R. Congo, Uganda, Malawi, Kamerun, Moçambique, Nigeria, Kenia, Südafrika, Sudan, Äthiopien, Eritrea, Tansania, Togo, Zimbabwe, Ukraine und vielen anderen Ländern.

 

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