Ostafrika 2004

Auszüge aus dem Bericht Afrikareise 23.2.-25.4.2004

Hans-Martin Hirt

Malawi-Mosambik-Tansania-
Kenia-Uganda-Kongo

Mo 23.2. Anamed Mitarbeiter Manfred bringt mich und alles Übergepäck zum Flughafen Echterdingen. Das KLM Flugzeug muss allerdings erst noch enteist werden, dadurch 3 Stunden Verspätung, und somit 10 Stunden Aufenthalt in Amsterdam! Spaziergang durch die Altstadt: Ein Drogengeschäft reiht sich nach dem andern. Neben Haschischpfeifen kann man sich die Anzucht und Wirkung von Psilobium-Drogenpilzen erklären lassen. Abends endlich Abflug mit Kenyan Airways!

Di 24.2. Ankunft in Nairobi, Treffen mit anamed-Nairobi Leiter Walter Opiyo.

Do 26.2. Flug nach Lilongwe in Malawi. Freundlicher Empfang durch Helen Meyer und Pascoal Cumbane von anamed Mozambik. Unterwegs werden wir von der Polizei eine Stunde festgehalten angeblich weil das Auto nicht versichert sei....Fahrt zur Missionsstation Nkhoma in Malawi.

Fr. 27.2. Nkhoma: Treffen mit klin. Direktor ("Superintendent" Dr. Renier ter Haar, der sehr offen unsere Arbeit befürwortet. Besichtigung der Druckerei (evtl. können wir hier Publikationen von uns drucken); fast ein Museum der Druckkunst: Alle Buchstaben werden erst per Hand in Blei gegossen und dann per Hand gesetzt! Besichtigung des Ökologie-Projektes von Hennie und Elsabet Smit: Hennie setzt Vetiver Grashecken entlang der Höhenlinien des Feldes und dazwischen Reihen von Mais, zwischen jede Maispflanze setzt er die Leguminose Tephrosia. Nach 6 Monaten erntet er den Mais, lässt dann das Feld brachliegen, nach weiteren 18 Monaten hat sich ein "Tephrosiawald" gebildet, der nun abgeholzt und in den Boden eingearbeitet wird und als Gründünger für die nächste Einsaat mit Mais dient.

Sa 28.2. Ein blinder Mann , etwa 20 Jahre alt, ist über und über mit Ameisen befallen, und glücklich, mir zu zeigen, wie man Sisalschnur, beginnend von einem frischen Sisal-Agavenblatt, herstellt! Dank dieser Kenntnis sind fast alle Ziegen hier angebunden und verursachen weniger Schaden als in Westafrika!

So. 29.2. Zum Glück regnet es nicht, damit ist die Strecke frei nach Chongoni/Malawi. Ich bekomme ein luxuriöses "Bischofshaus". Ein Holzofen produziert Warmwasser, ein Nachtwächter wacht über die Sicherheit! Die Seminarteilnehmer sind seit 2 Tagen bereits da und haben die Grundkenntnisse bereits studiert.. Wunderschöne Gegend, direkt am Fusse eines mittleren Gebirges!

Mo. 1.3. bis Sa 7.3: Seminar in Chongoni: Der Kirchenleiter kommt extra aus Nkhoma angereist, um das Seminar zu eröffnen...vor lauter Begeisterung hört er nicht mehr auf zu reden. Anwesend sind 23 Afrikaner und 7 Weisse; bezüglich Beruf sind wir 3 AIDS Berater, 6 Gärtner, 5 (auch schwarze) Missionare, ein Arzt, 15 medizinische Fachkräfte.

Eine Besonderheit war, dass aufgrund des kühlen Klimas Artemisia 6 Tage zum Keimen benötigte und damit gerade noch am letzten Tag für die Teilnehmer sichtbar wurde! Alle Teilnehmer tragen die Pflanzen wie einen Schatz nach Hause!

So 7.3. Der Verwalter des Gästehauses, Nelson, macht mit mir eine Gewalttour durch unzugänglichen Urwald, durch Felsenfelder die 2 m hoch mit Gras bewachsen sind hinauf auf 3 Gipfel. Eine Tagestour, die für mich eine extreme Bergsteigertour darstellt, für ihn jedoch einen Spaziergang in Badeschlappen.....Er berichtet, wie im Jahre 2000 Räuber ihn suchten und stattdessen seine Frau anschossen...später wurde einer der Räuber gefasst und, da man in die Justiz kein Vertrauen hat, wurden diesem gleich die Handgelenke zerschlagen....

Mo 8.3. Besuch bei Heilern: ihre Medikamente tragen alle kein Herstell/ oder Haltbarkeitsdatum, keine Namen, keine Beschreibung....der Patient muss sich ganz darauf verlassen, was ihm der Heiler sagt!

Di 9.3. 75 km Fahrt nach Vila Ulongue in Mozambik auf geteerten Strassen! anamed Mitarbeiter Dr. Murray Louw aus Südafrika ist schon da und bringt 20 kg Artemisiatee !!! und 100 frisch gedruckte portugiesische "Bücher Nat. Medizin-1" mit! Eingeladen zu diesem Seminar hatte uns ACRIS (Christian Action for Health in Mozambique)....Im Jahr 1992 , am Ende von 15 Jahren Bürgerkrieg, hatte die Weltbank das Land Mosambik zum ärmsten Land der Welt erklärt...Auf der Missionsstation herrscht gerade Aufregung: Eine Mutter hatte sich über ein Bohrloch gebeugt, dabei rutschte ihr Kind aus dem Tuch und ertrank im Bohrloch!

Mi 10.3.- Sa abend 13.3. Seminar Ulongue: 28 Seminarteilnehmer sind angereist, bis hin aus Maputo per Bus! Erfreulich die aktive Teilnahme eines christlichen Heilers, der alle seine Kenntnisse offenlegt. Ebenso erfreulich, dass der medizinische Direktor des staatlichen Hospitals vor Ort am ganzen Seminar teilnimmt. Sehr positiv ist für mich die aktive Art von der 70 jährigen Missionarin Helen Meyer, die in Mozambik geboren wurde und sich furchtlos und engagiert einsetzt! Alle drei Missionare haben grosse alte eiternde Wunden an den Beinen, die wir mittel eines neuen Rezeptes (Zucker plus Saft unreifer Papayas) innerhalb einer Woche ausheilen können!

So. 14.3. Besuch des Gottesdienstes in der Kirche in Piri. Das Dorf hat fast so viele Kirchen verschiedener Glaubensgemeinschaften wie Häuser! In den Dörfern hat es sehr schöne (Melia) Bäume, aber ausserhalb der Dörfer wird gnadenlos abgeholzt, selbst Mangobäume, um Tabakblätter zu dörren.... Man sagt, Tabak sei der Untergang der Natur! Was die Leute dann für Ihre Tabakernte bekommen spottet jeder Beschreibung, und selbst das wird dann eher in Alkohol als in die Familie investiert....

Di 16.3. Flug nach Nairobi: Freundliche Unterkunft im Mayfield Guesthouse. Beim Essen treffe ich jeden Tag neue Missionare dort...rund die Hälfte von ihnen berichtet von leichten bis sehr schweren Nebenwirkungen der Malariaprophylaxe mit Lariam, bis hin zur Einweisung in die Psychiatrie! Mir unerklärlich, wie die WHO so etwas zur Prophylaxe noch empfehlen kann. Treffen mit ACROSS, (Sudan-Mission) der Projektkoordinatorin Ellen van den Hill. Wir besprechen die Vision eines zentralen anamed Seminars im Südsudan, die gewünschte Fertigstellung des Heftes "Nat. Medizin im Sudan" in Dinka/Nuer sprachen, und Druck dieser Broschüren zusammen mit einem sudanspezifischen Heilpflanzen-Poster.

Do. 18.3. Zum Glück kennen wir in Nairobi einen freundlichen Taxichauffeur, der uns ehrlich und zu einem Festpreis von 5 USD/Stunde durch die Stadt lanciert. Sein Name ist Husseini, er ist 45 Jahre alt und hat dank Fanta und Cola fast alle Zähne verloren, für eine Zahnprothese reichen seine Finanzen aber nicht! Er müsste in den USA eine Klage einreichen, im Auftrag von Milliarden von Afrikanern....Coca Cola wäre bankrott!

Fr. 19.3. Treffen mit Beate Hüttner, kath. Schwester der Palottinnerinnen, die extra zum Tansaniaseminar aus Deutschland angereist ist! Abends Abfahrt mit dem "Scandinavian" Bus und Fahrt die ganze Nacht durch.

Sa 20.3. Trotz Panne, gute Ankunft in Musoma/Tansania. Spaziergang zum müllübersäten Strand am Viktoriasee. Es ist ein Skandal, dass die Plastikindustrie überall in Afrika PET Wasserflaschen eingeführt hat ohne jedes Pfandsystem. In 100 Jahren ist der Viktoriasee eine Müllkloake voller Plastik, niemand kümmert sich darum! Die Mülldeponie liegt direkt am Strand!

So. 21.3. Sehr schöner katholischer Gottesdienst; die Kirche ist gut gepflegt, ästhetisch angemalt und voller Christen.

Mo 22.3. - Sa 27.3. anamed Seminar in Musoma/Tansania. Sprache Englisch und viel viel Swahili, immer mehr Personen in Tansania scheinen stolz darauf zu sein, ein reines Swahili und kein Englisch zu sprechen...was das Seminar nicht gerade vereinfacht. Dennoch werden wir dieses Jahr verstärkt alle wichtigen Bücher in Swahili übersetzen!

Bischof Peter Kitula ist sehr sympathisch und wohlwollend und eröffnet das Seminar.

Der jüngste Teilnehmer ist 8 Monate alt und ist Sohn einer Teilnehmerin, die mehr mit der Kinderpflege als mit dem Seminar beschäftigt ist, aber wir sind ja froh an der "gender balance!", die bei "Kinderverbot" kaum zu erreichen ist! Wir sind sehr dankbar, dass bereits vorhanden ist: eine kleine anamed Gruppe, ein kleiner anamed Garten, ein Solarofen, Gitarre, ein separates Feld mit Artemisiapflanzen....und wir fügen jetzt noch hinzu: Ein 12 Volt Diaapparat und eine 12 Volt Solarlampe, sodass die anamed Gruppe auch in den Dörfern leichter übernachten kann. Die Solarlampe wird von uns so umgebaut dass auch der Diaapparat angeschlossen werden kann! Da Innocent aus Bukavu nicht teilnehmen kann, (Bürgerkrieg in Kongo), bleibt der ganze Unterricht mir überlassen.

Mo 29.3. - Mi 31.3. Intensivseminar in Musoma/Tansania

für 2 Missionare, 4 Evangelisten/Pfarrer, 1 Krankenschwester, 1 Heiler, 5 Gesundheitshelfer. Sehr offene Atmosphäre; alle Teilnehmer von 2003 hatten nun ein Jahr Zeit, das Erlernte in die Tat umzusetzen. Wer hatte Probleme mit Heilern? Antwort: Niemand.

Wer hatte Probleme mit med. Autoritäten? Antwort: Kaum, man solle eben nicht trad. und industrielle Medizin gleichzeitig anwenden. Wir erlernen neu: *Seife aus NaOH und Baumwollsamenöl; funktioniert gut, doch leider muss NaOH aus Nairobi gebracht werden!*Hämorrhoidensalbe aus Guavablättern. *Behandlung der "Burning legs" von AIDS Patienten,* Kaffee, Milch und Mehl jeweils aus Sojabohnen!

Do 1.4. Di anamed Gruppe entscheidet, dass der Evangelist Philip Mateja mit mir nach Nairobi fahren soll, um dort notwendige Einkäufe für anamed zu erledigen. 14 Uhr Abfahrt mit dem Scandinavian Bus, Ankunft um Mitternacht in Nairobi, Preis 15-18 USD. Zuviel Videolärm im Bus!

Fr.2.-Sa.3.4. Aufgrund der Sicherheitslage muss das Seminar in Goma abgesagt werden: Häuser in Goma werden von Milizen angezündet, 30 Bewohner erschossen, die einzige Fluglinie TMK hat deswegen alle Flüge abgesagt, wir müssen die Reiseroute ändern.

So. 4.4 Sehr schöner voller Gottesdienst in der Baptistenkirche in Nairobi.

Di 6.4. Sehr lohnende Fahrt mit dem "Luxusbus" Akamba Royal (Alle Instrumente an der Armatur funktionieren nicht mehr!); vorbei an Pyrethrum- und Reisfeldern, Abfahrt 7 Uhr, Ankunft 19.30 in Kampala/Uganda, provisorische Unterkunft im Ulrika Gästehaus!

Mi 7.4.Wir ziehen um ins Nabinoonya Gästehaus, romantisch am See gelegen, wir sind die einzigen Gäste in der ersten Nacht und sind wegen der hohen Kriminalität in Uganda nicht sehr glücklich darüber.

Do 8.4. Besuch im botanischen Garten, Besuch bei unserer Druckerei Marianum Press, Vorbereitung des nächsten Druckauftrages dort.

Fr. 9.4. Das Gästehaus hat sich doch noch mit Besuchern gefüllt, eine Missionarin von "Christliche Tierärzte weltweit" sieht unsere anamed T-Shirts und begrüsst uns so: "Was, anamed? Dann haben Sie doch sicher Artemisia Samen für mich?" Wir packen 6 Säcke voll mit Büchern und Poster und bringen sie nach Kampala zur Busstation.

Sa 10.4. Mitten in der Nacht heisst es Gepäck packen, von Entebbe nach Kampala fahren, um 5.50 fährt der Bus "Gateway" los. Der Chauffeur redet kein Wort und fährt "wie ein Henker" nach Arua. Ein überfahrenes Kind liegt auf der Strasse? Er fährt wortlos daran vorbei. Beim Durchfahren des Nationalparks beginnt dann auf der Schlammpiste ein richtiges Wettrennen mit dem Bus des Konkurrenzunternehmens "Nile Coach". Auf meine Frage warum der Bus so verückt fahre erklärt mir mein Nachbar: Das liegt daran dass das Gras schon 1 m hoch ist...damit können sich Rebellen der LRA (Lords Resistance Army) verstecken und den Bus angreifen. Erst später erfahre ich dass 3 Tage vorher der Bus angehalten wurde und mehrere Insassen erschossen wurden.....Auf einmal ist die Strasse durch 2 LKW versperrt, die nebeneinander stehen. Der Busfahrer gibt Gas, fährt voll in den Strassengraben, als der Bus umzukippen droht, fährt er den Abhang hinauf und springt dann mit dem vollbesetzten Bus hinter den LKWs wieder über den Graben auf die Strasse. Dass dabei den Müttern ihre Babys aus den Armen fallen ist dem Chauffeur egal, ob die Achsen brechen oder nicht, Hauptsache er sieht keine Rebellen.....

Mit 10 Säcken Gepäck kommen wir in Arua/Uganda an.

So. 11.4. Wir finden Francis, einen bescheidenen Taxifahrer, der uns für nur 2 USD pro Stunde hilft. Besuch in der vollen evangelischen Kirche "St. Joseph". Gottesdienstbesucher helfen uns, den Standort von DIGUNA (Mission Die Gute Nachricht) und HERE IS LIFE (Ugandisches christliches Radioprogramm) zu finden. Wir sind schockiert als wir erfahren dass Birgit Klumpp, die wir besuchen wollten, in Deutschland ist: Vor drei Wochen war ein Überfall auf die ev. Bibelschule und ein amerikanisches Missionars-Ehepaar, das Landwirtschaft unterrichtete, wurde ermordet, die Schule und 2 Autos angezündet. War es einfach nur ein krimineller Akt oder Teil des "Heiligen Krieges" gegen Christen? Die Arbeit in islamischem Umfeld jedenfalls wird extrem schwierig....

Bei DIGUNA werden wir sehr freundlich von etwa 20 deutschen Mitarbeiter/Innen, Ehefrauen und Kindern empfangen. Besuch in Kuluva, einem Hospital 10 km ausserhalb von Arua: Besichtigung des medizinischen Gartens (alles Pflegeleichte wächst wunderbar nur nicht Artemisia) in Kuluva, ausführliches Gespräch mit "anamed Kuluva" ( Krankenpfleger Samuel Mundua und Apotheker Magellan)

Mo. 12.4. Das Hospital Adi in D.R. Congo frägt an, ob wir statt dem Goma Programm bereit wären, bei Ihnen ein Seminar durchzuführen. Wir sagen zu!

Di 13.4. Fahrt nach Vurra County zum Leiter der Gruppe "anamed Vurra", einer Gruppe von "Natürlichen Heilern" gegründet von CFI Mitarbeiter Karlfried Neudeck. Besuch seiner Familie und seines Heilpflanzengartens. Auf der Rückfahrt versagt das Taxi dreimal seinen Dienst und muss jeweils repariert werden...

Mi 14.4. HEILERSEMINAR im Ediofe Center, die Einladung erfolgte durch das Radioprogramm. Alle Heiler machen Berichte, wir vertiefen die Kenntnisse über die Anpflanzung von Artemisia, was ihnen allen noch einige Probleme bereitet. Weitere Punkte sind: Aloe-Anwendung, Hilfe bei AIDS Symptomen, Gewinnung von Honig und Bienenwachs mit praktischer Anschauung.

Do 15.4. Vorbereitung des anamed - Radioprogramms für Norduganda und Südsudan. Gespräch mit 10 leitenden Pastoren des Here is life - Programms. Wir vereinbaren, ab sofort jede Woche eine Stunde Radioprogramm zu machen, die lokalen Mitarbeiter beginnen damit noch während meines Aufenthaltes! (Auch Across/Nairobi wäre an der Ausstrahlung interessiert, für den Ost-Südsudan!) Auf dem Markt in Arua findet zur Zeit täglich eine lautstarke islamische Propaganda gegen das Christentum statt.....

Fr. 16.4. Kauf eines Fahrrades für Kuluva, ebenso Kauf von Stacheldraht zur Begrenzung ihres Gartens. Nachmittags Fahrt von Arua nach Adi/Kongo. Da im Kongo alle 50 km andere Rebellengruppen die Oberhand haben, fahren wir 60 km ganz nach Norden noch im ugandischen Gebiet und von dort 20 km weiter nach Westen nach Adi. Es gibt keine ugandische Grenzstation, da ja das Gebiet von Uganda besetzt ist; es gibt wohl aber eine kongolesische Grenzstation, um möglichst viel Zollgebühren zu bekommen. Da der Leiter des Hospitals, der Krankenpfleger Akuma, bei uns ist, sind die Zollbeamten sehr freundlich.....Akuma  ist ein Optimist und kann selbst dann noch lachen wenn man ihn nach Massakern ausfragt. Erst seit zwei Jahren gibt es wieder relativen Frieden, vorher waren 4 Jahre lang vier verschiedene Armeen im Ort zur Plünderung.....am schlimmsten seien die Mai-Mai Gruppen, die sich "Effacer le tableau" (Wandtafel auswischen!) nennen, weil sie alle Zeugen ihres Tuns töten......

Dank dieses Optimismus wird am Hospital kräftig gebaut, mit nahezu Null auswärtiger Unterstützung, das ist sehr ermutigend!

Sa 17.4. Ein - Tages-Seminar von 8-17 Uhr mit 60 überaus aktiven und engagierten streng ausgelesenen Teilnehmern aus Nah und Fern, denn Hunderte wollten kommen....

In seiner Einführung betont der Kirchenführer die Wichtigkeit solcher Besuche und Seminare und macht den Vorschlag, sofort ein Haus für anamed und mich zu bauen!

Die Armut im Kongo im Vergleich zu Uganda ist beklemmend. Dafür ist die Natur sauber, denn Müll gibt es keinen, weil kaum jemand Geld zum Einkaufen hat....

Wir lassen Hunderte von Poster und Büchern und Seminarmaterialien da, denn im September 2004 werden unsere Mitarbeiter Samuel Mundua (Arua/Uganda) und Philip Mateja (Bunda/Tansania) dort ein wochenlanges Seminar durchführen!

So 18.4. Ich lasse mich dazu überreden, in 2 Gottesdiensten jeweils 20 Minuten eine Ansprache zu halten. Am Schluss verschenken wir eine Gitarre an die Kirchengemeinde-die Begeisterung ist unbegreiflich! Gute Rückfahrt nach Arua/Uganda, Rückflug nach Entebbe....Meine Mitarbeiter Philip und Christopher sehen zum ersten Mal ihre Heimat von oben........

Di 20.4. Den ganzen Tag richten wir 13 schwere Säcke mit Büchern und Poster bei Marianum Press, bringen diese per LKW nach Kampala und verteilen sie auf 2 Busse nach Arua bzw Nairobi . In Kampala kaufen wir für Christophers anamed Arbeit eine Solarlampe, eine Gitarre. Zusammen mit vielen Bücher und Poster nimmt er das alles zurück per Nile-Coach Bus nach Arua.

Mi 21.4. Philip und ich haben eine gute Fahrt mit Akamba Bus nach Nairobi/Kenia, dort suchen wir bis spät in die Nacht danach, alle unsere 10 Gepäckstücke zu finden und zum Transport ins Gästehaus zu verladen.

Do 22.4. Wir kaufen 25 kg Natriumhydroxid zur Seifenproduktion in Tansania ein, zum Preis von nur 12 USD! Weiterhin finden wir die Niederlassung von SOLLATEK in Nairobi und kaufen eine Solarlampe für anamed Bunda preisgünstig ein....weiterhin ein Fahrrad, eine Gitarre....insgesamt werden es 10 Gepäckstücke die Philip in seinen nächsten Bus zu verladen hat!

Fr. 23.4. Besuch bei der Rudolph Steiner Schule 12 km ausserhalb von Nairobi. Eine grosse Ermutigung: Mitten in einer Steppe haben es anamed Seminarteilnehmer fertig gebracht, ein grosses Artemisiafeld anzulegen und mit Tröpfchenbewässerung am Leben zu halten...und gleichzeitig unterrichten sie die Schüler davon! Das nächste Keniaseminar sollte bei ihnen stattfinden! Philip Mateja reist ab nach Tansania, ich frage mich wie er wohl mit all diesem Gepäck durch den Zoll kommen wird, aber er lacht nur über meinen Kleinglauben!

Sa 24. 4. Abflug, So 25.4. 11 Uhr Ankunft!

 

BEMERKUNGEN AM RANDE........

Wir benötigen noch viel mehr Seminare und möglichst viele hauptamtliche Mitarbeiter! allein mit der Pflanze Artemisia könnten Tausende von Menschenleben praktisch gratis gerettet werden. Die Studie von Markus Müller hat gezeigt, dass Artemisiatee besser ist (und billiger) als die oftmals unwirksame Chloroquin Tabletten, die aus Kostengründen in Ländern wie Mosambik immer noch Mittel der ersten Wahl sind. Daher sind unsere afrikanischen anamed Mitarbeiter der Auffassung, dass somit besser Artemisia Tee breit angewendet werden sollte! Dr. Müller warnt davor, Artemisiatee als Monotherapie zu empfehlen, da dies zu Rückfällen führen kann....in diesem Fall empfehlen wir daher die Kombination mit anderen pflanzlichen oder chemischen Antimalaria Medikamenten. Aber unabhängig von allen Meinungen, wird Artemisia Tee bzw Artesunate bereits kommerziell von Firmen vermarktet (was wiederum nicht unser Ziel ist).

Artemisinin bzw. Artesunate aus Artemisia annua ist inzwischen für viele Apotheken in Afrika das umsatzstärkste Medikament geworden....und für 90% der Bevölkerung immer noch unerreichbar teuer....Die WHO, nicht immer unser Freund, empfiehlt die massive Ausweitung der Anbauflächen von Artemisia annua; in Afrika möchte eine Gruppe zwanzig Quadratkilometer anbauen!!!! Wir danken RITAM, einer Initiative der WHO und Oxford University, für das neue Buch, herausgegeben von Dr. Merlin Willcox, in welchem unsere Ergebnisse ausführlich wiedergegeben und verbreitet werden....Alle Seminarteilnehmer erhielten Artemisia Samen ohne Bezahlung und wir sind gespannt, wieviele Felder sich daraus entwickeln.!

Herzlichen Dank allen, die diese Seminare ermöglicht haben und zur grossen Ermutigung unserer afrikanischen Partner beigetragen haben!

EINIGE ANREGUNGEN FÜR ENTWICKLUNGSHELFER

 

WICHTIGE ADRESSEN

FÜR ALLE DIE BERUFLICH NACH NAIROBI REISEN....

oder in Nairobi Material einkaufen können für ihre Projekte in ganz Afrika. Nairobi ist so etwas wie eine Drehscheibe geworden für Einkäufe in ganz Schwarzafrika. Wer mit KLM nach Schwarzafrika fliegt, kann ohne Aufpreis mehrere Tage Zwischenstop einlegen in Nairobi!

1. Unser "anamed-Taxichauffeur": Sehr zu empfehlen! Husseini Assumei, Tel. in Nairobi 0722-485254, wir bezahlen ihm 5 USD/Stunde + Essen. Er kennt fast alle folgende Firmen!

2. Bücher und Poster von anamed sind erhältlich bei Nairobi: Mayfield Guesthouse/Baptist Church, Ngong Road:Mr. David Livingstone, Tel. 02-2723233; dort auch Unterkunft möglich (Email mayfield_aim(at)aimint.org)

3. Buslinien nach Tansania und Uganda: Scandinavian Bus, Tel. in Nairobi 0722-236510 oder 744320; oder Akamba Bus

4. Artemisia Musterfeld in der Rudolf Steiner Schule, call Rose Ingala 0303-23300 oder 0722-982796, near Nazarene University, Ongata Rongai.

5. Natriumhydroxid zur Seifenproduktion: Sehr günstig bei DESBRO, (etwa 0,5 USD/Kg!) Industrial Area, Kampala Road, Tel. 542195/6/7 www.desbrokenya.com

6. Solarofen-Atelier (Bausätze und fertige Öfen), siehe Trans World Radio, Ngong Road opposite Uchumi, Tel 02-5739-36/46/20

7. Medikamente, Alkohol für Tinkturen, Fieberthermometer usw für kirchlich/humanitäre Projekte: MEDS, Industrial Area, Enterprise Road, 1,5 km from Mombasa Road, Tel. 551633. MEDS besorgt auch alle Laborlösungen für Mikroskope usw. Achtung: Bearbeitungszeit von mehreren Tagen einkalkulieren

8. Fotokopieren, Geld wechseln, usw am einfachsten im Yaya Center. Wer viel zu kaufen hat und wenig Wege zurücklegen will, übernachtet einfach im Gracia Gästehaus (20-40 USD/Nacht, www.graciahouse.com), direkt hinter dem Yaya Center.

9. Alles was man in Deutschland in Supermärkten kaufen kann bekommt man auch in den Supermärkten Nakumatt und Uchumi in der Ngong Road (z.B. Wasserfilter, elektrische Geräte)....in der Ngong Road etwas oberhalb der Baptist Church ist auch Kenisolar, ein Solarzellen/lampen-Vertrieb.

10. Gitarren, Schlafsäcke usw günstig im China Center, Ngong Road

11. T-Shirts in grossen Mengen : Midco, Industrial Area, Tel. 556222/556443

12. Plastikflaschen, Plastikdosen säckeweise für Seminare (Achtung: PVC freie Artikel verlangen!) bei General Plastics, Industrial Area.

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