Weihnachtsbrief 2007

  anamed international e.V.

   BITTE KOPIEREN UND WEITERGEBEN, DANKE!

    Rundbrief von Hans-Martin Hirt, Schafweide 77, 
    71364 Winnenden, T: 07195-910225
    Email: anamedhmh(at)yahoo.de    
    Home-page: www.anamed.net

    Vorstand: Helmut Klein, Ilse Bullinger, Gerd Winkler

   SPENDENKONTO: anamed international   
   Konto 7219069 bei der Kreissparkasse
   Waiblingen, BLZ 60250010

   Winnenden, Advent 2007

  "Herr wir wollen nicht ein Weihnachtsfest das
  sich sehen lassen kann. Wir bitten Dich: Sieh du
  uns an
" (H.G. aus Losungen zum 24.12.07)

Liebe Freunde, liebe Mitarbeiter von anamed nah und fern,

Husseini in Nairobi ist kein normaler Taxifahrer: Er ist für anamed Mitarbeiter die grösste Hilfe, wenn mal wieder alle Strassen verstopft sind, wenn rein gar nichts mehr geht, dann verriegelt er zur Sicherheit alle Autotüren und fährt Schleichwege über Hinterhöfe und bringt uns so doch noch ans Ziel. Das sind Hinterhöfe von Glaspalästen , in denen Müll meterhoch liegt und mitten im Unrat, schlafende, bewusstlose und kranke Strassenkinder. Daran muss ich jedesmal denken, wenn ich das obige Bild betrachte - ein Künstler in Kinshasa hat es für anamed gemalt. Betrachten wir zunächst mal den Baum: Etwas Schatten spendet eine Brücke von unten nach oben: der Weihnachtsbaum! Ja richtig, eine etwas lädierte Palme, kein Tannenbaum! Denn der echt originale Weihnachtsbaum aus ältesten Darstellungen ist eine Palme, und Palmzweige waren und sind ein friedliches Zeichen des (sportlichen) Sieges! Ja es hat mich immer gestört wenn man in Afrika unter PVC-Tannenbäumen feiert! Es wäre also doch viel ehrlicher, Afrikaner würden unter dem Originalbaum, der Palme feiern, und wir Europäer würden unsere Glaskugeln an eine feuerfest imprägnierte vollaromatisierte Plastikpalme hängen, oder???

Der Stern aus Bethlehem spiegelt sich im Glaspalast, und im Hinterhof hat Maria und Josef eine ärmliche Hütte gefunden: nicht einmal genügend Gras gab es zum Dachdecken, Mülltüten und Plastikplanen vervollständigen das Dach. Aber gerade weil das Dach so ärmlich gedeckt ist fallen die Lichtstrahlen der Hoffnung hindurch! Maria in gelb gekleidet gibt dieses Licht weiter; die rote Farbe von Josef bedeutet in Afrika die Stärke. Und das Jesuskind liegt so gar nicht artig, eher quengelig-unzufrieden voller Tatendrang in der Krippe. Und noch etwas frage ich mich: Wer feiert besseres Weihnachten - das Paar in der Hütte oder die Menschen im Hochhaus? In Kinshasa wurde ich von einer belgischen Familie zum feierlichen Advents-Abendessen eingeladen. Am Tisch gab es nur ein Thema: der 8 jährige Sohn weigerte sich, die Ananasstückchen im Nudelsalat zu essen und klagte seine Mutter an, dass sie extra wegen ihm, und nur um ihn zu ärgern, Ananasstückchen in den Nudelsalat gemischt hatte....ein handfester Familienkrach, und die ganze Familie spaltete sich in zwei Parteien: Pro und Kontra Ananas im Nudelsalat....und keine 10 m vom Esszimmer tranken ausgemergelte schwarze Strassenkinder aus Pfützen..........

Wer würde sich mehr über eine Ananas zu Weihnachten freuen, Weiss oder Schwarz? Oder auf unserem Bild: Die reichen Afrikaner im Hochhaus oder die armen Afrikaner in der Hütte? Wer müsste dann wem Entwicklungshilfe geben, wenn, wie es immer heisst, Entwicklung vor allem eine Frage der Veränderung der Mentalität, des Bewusstseins bedeutet? "Das Leben im Land der Weissen muss hart sein, sonst hätten sie nicht das Meer überquert", sagt man in Togo. Und ein deutscher Praktikant ergänzt nach seinem Afrika-Einsatz: "Wenn das Paradies so schön ist wie ein afrikanischer Gottesdienst, dann lohnt es sich dorthin zu gehen!" Fazit: Wir sind alles Entwicklungsländer......

Kein Fest ohne Geschenke! Bei uns heisst das, dass Tausende von Tonnen bleihaltiges Spielzeug unterm Weihnachtsbaum liegt und unsere Kinder sich später fragen warum sie so oft zu Arzt und Apotheker rennen müssen. Als ich bei Pygmäen im Congo zu einem "anamed-Fest" eingeladen war riet man mir ein Geschenk mitzubringen: am besten etwas Kochsalz oder ein Stück Kernseife. Schenken Sie das mal ihrem Enkel, und erklären Sie warum....er wird Weihnachten 2007 nie vergessen!

Als ich klein war, stand auf dem Klavier ein "Groschenneger": eine schwarze Puppe die immer dankend mit dem Kopf nickte wenn man 10 Pfennig einwarf. So undenkbar das heute wäre - es erinnerte uns doch immer daran dass es Kinder auf dieser Welt gab die noch hundertmal ärmer waren als wir. Heute wünsche ich mir, dass Sie das obige Bild auf eine Karte oder Sparbüchse oder "Sparkarton" kleben, möglichst oft beim Frühstück eine Kerze anzünden, die Karte daneben stellen und Ihren Verwandten erklären: Wir bitten und beten für - und solidarisieren uns mit - Menschen wie diesen, die unverschuldet leiden, weil sie von eigenen und fremden Völkern ausgebeutet werden. Und wir glauben daran, dass dieser Stern von Bethlehem zum Frieden auf Erden weist, für alle sichtbar, alle Nationen, alle Religionen! Was kann man Kindern zu Weihnachten schenken? Die Antwort gab mir Akuma, der Leiter von anamed-Adi in Congo, 2004:: "Martin jetzt waren wir 4 Jahre lang von 4 verschiedenen Armeen besetzt, und jede Armee schnappte beim Rückzug unsere Dorfkinder auf LKWs und nahm sie als Kindersoldaten auf Nimmerwiedersehen mit. Aber dieses Jahr haben wir "Gloire à Dieu", Gottseidank, zum ersten Mal Frieden, ist das nicht wunderbar? Und lacht übers ganze Gesicht wie wenn er sagen will: Was bist Du doch ein armer Mensch dass Du noch mehr Geschenke brauchst fürs Glück als diese Weihnachtsbotschaft der Engel: Und Friede auf Erden? Ein gesegnetes

Weihnachtsfest im Namen aller MitarbeiterInnen in Afrika, Asien, Kanada, Europa und sonstigen Entwicklungsländern wünscht Euch Euer Hans-Martin; mit vielem Dank für alle weitere Hilfe auch im Neuen Jahr....

Spendenkonto siehe Briefkopf.

Herzliche Einladung! Veranstaltungen in und um Winnenden

Danke!

anamed wird immer bekannter, kann immer mehr Projekte beginnen, und dankt daher für immer mehr Unterstützung! Danke allen die uns im Jahr 2006 durch ihre Spenden unsere Arbeit ermöglichten für Congo (40.000 E), Angola (6000 E), Kenia (9000 E), Malawi (1000 E), Mosambik (2000 E), Südafrika (1000 E), Tansania (46.000 E), Togo (1500 E), AIDS Arbeit allgemein (8000 E) und Divers (2083 E). Mit ihrer weiteren Hilfe konnten nun im Jahr 2007 Seminare durchgeführt werden in Uganda und Kenia (Keith), in Angola, Kamerun und Malawi (Martin). Es wurde unsere Arbeit evaluiert (Wilma Krützen), eine Diplomarbeit über Krebs und Artemisia geschrieben (Nicola Krützen). Eine Ethnologin an der Freien Uni Berlin wird ihre Doktorarbeit zum Thema "Machtverschiebungen im Gesundheitswesen durch Artemisia annua anamed" schreiben!

...Vielen Dank allen die am Kirchentagstand in Köln mitgewirkt haben! Vielen Dank an die Künstlerin Gisela Sternstein für das Adressenschreiben....an Prof. Schäfer für die wissenschaftliche Begleitung, dem ganzen Vorstand für seine Arbeit, einfach Euch allen!!!

Unser Wunschzettel für 2008: Sehen Sie bitte Projekte 2008

SEMINARE-VORSCHAU
Afrika: Seminare 2008: H. M. Hirt: Februar, Tansania, Mai Angola, Juli Kamerun, Oktober Nigeria
K. Lindsey: März Ghana, Juli Zimbabwe, Oktober Uganda und Adi/Congo

Wer weiss Rat?

- anamed Treff in Höfen: Dieses Büro steht uns nur "auf Abruf" zur Verfügung. Auf lange Sicht suchen wir daher preisgünstig zu kaufen oder zu mieten, ein Büro oder Wohnung oder so etwas ähnliches, zu kleineren Treffen, Hilfsgüter-Lagerung und - Versand, Büroarbeiten; im Bereich Winnenden.

- Übersetzungen: Für unsere Seminarmaterialien suchen wir ständig Personen, die möglichst ehrenamtlich übersetzen können, in folgende Sprachen (und zurück): Englisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Swahili.......

Freiwilligen-Einsätze

- anamed Malawi: Für den Hospizdienst an meist jungen und sehr jungen Patienten und die Anzucht von Heilpflanzen und Produktion von anamed-Arzneimitteln für diesen Hospizdienst, werden ein oder zwei Freiwillige gesucht, Dauer mindestens 1/2 Jahr, Kost und Logis gratis, Flug und alle Versicherungen trägt der Freiwillige. Ort: Salima am Malawisee. Sprachkenntnisse: Englisch. Gefährdung: Gering bis Mittel. Kontakt nur direkt an: Tony und Lucy Finch, tfinch@africa-online.net

- anamed Adi/Congo: Für die Arbeit im Heilpflanzengarten, Mitarbeit an Seminaren, Mitarbeit bei der Produktion werden Freiwillige gesucht. Logis gratis, Kost, Flug, Versicherungen trägt der Freiwillige. Ort: Adi in Nordostcongo. Mitarbeit in der Kirche ist erwünscht. Sprache: Französisch. Gefährdung: Mittel bis hoch, das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in den Congo. Kontakt nur direkt an:Mr. Akuma Tande, akumatande@yahoo.fr, Tel. 00243-997094779

ALLGEMEINES: anamed international kann lediglich die Kosten für Seminarmaterial (Bücher, Poster, Samen usw) übernehmen. anamed international trägt keinerlei Haftung oder Verantwortung für Unfall, Krankheit, Tod usw. Alle Versicherungen trägt der Freiwillige selber. Vorbildliches Verhalten und kulturelle Rücksichtnahme werden vorrausgesetzt.

Artemisia und Krebs

Erlaubt Ihr mir eine persönliche Anmerkung?

Was Pharmaindustrie und Krebspatienten VEREINT, das ist ihre Suche nach nebenwirkungsarmen oder -freien Zytostatika. Was beide aber TRENNT, das ist das Endprodukt: für die Pharmaindustrie muss es ein Mittel sein, das patentierbar ist, möglichst teuer; für den Patienten unvorstellbar ideal wäre ein Mittel, das er bestenfalls im eigenen Gemüsebeet ziehen kann. Und hier kommt Artemisia annua ins Spiel, vor allem nach dem Artikel der "taz" über die Forschung am Krebsforschungszentrum über Artemisinin. Nun bekomme ich zur Zeit fast täglich Anrufe etwa so: "Mein Verwandter leidet an dem seltenen Krebs xy, bekommt jetzt gerade die und die Medikamente, und so und soviel Bestrahlungen, meinst Du man könnte Artemisia allein oder stattdessen oder zusätzlich geben?" Um es ganz ehrlich zu sagen: Ich weiss es auch nicht! In Artemisia annua Blätter finden wir laut Prof. Duke 20 Stoffe mit antitumoraler Wirkung; jeder dieser Stoffe wirkt gegen ein ganzes Spektrum verschiedener Tumorarten. Hunderte von Doktorarbeiten sind also vonnöten....aber wo auf der ganzen Welt gibt es noch eine Krebsklinik oder eine pharmazeutische Universität die noch völlig frei von Sponsoren- geldern forschen kann??? Nur ein Beispiel: Florian Freyer von "Jugend forscht" hat uns an der anamed Jahrestagung im September 2006 berichtet, wie mit Artemisinin Einnahme bei einem Modelltumor viel weniger Strahlung benötigt wird, als üblich (Tumorzellen werden radiosensitiver, gesunde Zellen nicht). Wird daran weitergeforscht? Null Interesse der Beteiligten!

Bleibt nur eines übrig: der Selbstversuch, wenn irgend möglich in Zusammenarbeit mit einem Arzt, der seine Heilkunst und Gewissen nicht an die Pharmaindustrie ausgeliefert hat.

Und dann meine Bitte an Sie: Schreiben Sie an anamed international e.V. Ihre Berichte, was nach einer Artemisiatherapie erreicht wurde: Nichts? Wenig? Viel? Nur so können wir objektiv urteilen. Ich vermute dass über 100 Tumorpatienten unsere Artemisia einnehmen....aber Berichte bekommen wir nur ganz wenig. Und wie gesagt, auch dass es nicht gewirkt hat, oder eher schlimmer wurde, wäre für uns wichtig zu erfahren !!! Und alles was wir erfahren beschreiben wir dann in der Dokumentation "Artemisia annua"; Bestellnr. 202. Zu meiner juristischen Absicherung: Dieser Text bedeutet keinerlei Empfehlung einer Einnahme von Artemisia annua bei Krebs! Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt und einen besseren Apotheker als mich.....  

RUNDBRIEF-VERSAND

Wir wollen unsere Mittel optimal einsetzen:

  • Falls Ihr unsere Rundbriefe lieber als Email empfangen wollt
  • oder falls sich Eure Adresse ändert,
  • oder falls Ihr keinen Rundbrief mehr möchtet,

Dann informiert bitte Birgit Kälberer, Georg Brandtweg 2, 71364 Winnenden, am besten unter anamedletter(at)yahoo.de

ECHOS zu unserem Arbeit 2007: Sehen Sie bitte Echos

 

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